Google-Zoo nun auch bald in Deutschland

30. April 2009 um 6:39 Uhr

Google macht in den letzten Monaten Furore mit dem neuen Feature  “Google Street View”. Street View erweitert den Geo-Dienst des  Medienmoguls um ein 3D Feature. Durch das Bewegen eines kleinen wabbeligen Männchen auf den ausgewählten Kartenausschnitt können in großen Teilen Amerikas und in Großstädte Europas mit einer Panoramakamera aufgenommen Fotos in hoher Auflösung eingesehen werden.

Google Zoo Tiergarten Deutschland bald geöffnet

Horizontal kann man sich sowohl durch Klicken als auch über die Pfeiltasten seiner Tastatur um 360° drehen, vertikal verfügt man über einen Blick von 270°. Die Auflösung der Bilder ist so hoch, dass Menschen und Nummernschilder zu erkennen sind. Diese werden nach Angaben von Googel retuschiert, waren aber dennoch in einigen Fällen sichtbar1.

Deutschland wird in Kürze auch Teil des Google Zoos werden.  In folgenden Städten soll in den Monaten Mai und Juni laut eigenen Angaben von Google der nächste Dreh stattfinden2:

Baden-Württemberg Freiburg, Heidelberg, Heilbronn, Karlsruhe, Mannheim, Reutlingen, Stuttgart
Bayern Fürth, Ingolstadt, München, Nürnberg, Regensburg, Würzburg
Berlin Berlin
Bremen Bremen, Bremerhaven
Hamburg Hamburg
Hessen Frankfurt, Kassel, Wiesbaden
Mecklenburg-Vorpommern Rostock, Schwerin
Niedersachsen Braunschweig, Göttingen, Hannover, Hildesheim, Oldenburg, Osnabrück, Wolfsburg
Nordrhein-Westfalen Bergisch Gladbach, Bielefeld, Bochum, Bonn, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Iserlohn, Köln, Mönchengladbach, Münster, Paderborn, Siegen, Wuppertal
Rheinland-Pfalz Kaiserslautern, Koblenz, Mainz, Trier
Saarland Saarbrücken
Sachsen Chemnitz, Dresden, Leipzig
Sachsen-Anhalt Halle (Saale), Magdeburg
Schleswig-Holstein Kiel, Lübeck
Thüringen Erfurt

Ist ein Schutz gegen unfreiwillige Aufnahmen möglich?

Solltest auch du bald bei dem Besuch des Google-Zoos gefunden werden kannst du Google erst nachträglich eine Mail schicken um sie zu bitten das Material aus dem Netz zu nehmen.  Dies versicherte Google auf Anfrage eines Bloggers3:

When a takedown request is filed, the images will no longer appear in the public domain. This also means that images of this location will not reappear even if we gather updated imagery of the area. However, we have in fact had people request to re-instate images (such as a new resident of a specific home) so retaining the image allows us to do so. Additionally, retaining images is important for our work to improve and refine our tools such as automated blurring.

Selber in aktiv werden

Um den Unfreiwilligen Aufnahmen auch schon von vornerein umgehen zu können hat ein Blogger eine Art robots.txt4 für das echte Leben vorgeschlagen5 . Ich war so frei diese zu übersetzen und stelle diese frei zum Vervielfälltigen hierzur Verfügung. Also schön groß vorne ins Fenster oder am besten gleich auf das T-Shirt um gegen alle Situationen geschützt zu sein:

Wer sich noch immer nicht ein Problem sieht in der Observierung ganzer Städte kann sich hier 10 Gründe ansehen, warum nicht irgendeine Instanz alle Plätze der Welt und seine Bewohner Fotografieren sollte.

Google Streetview verletzt Privatsphäre

  1. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,614785,00.html []
  2. http://maps.google.com/help/maps/streetview/faq.html#q7 []
  3. http://blogoscoped.com/archive/2009-04-28-n21.html []
  4. http://de.wikipedia.org/wiki/Robots.txt []
  5. http://blogoscoped.com/files/street-view-gallery/yo-google.png []

Schweine-, Mexiko-, Neue-Grippe? Irrungen und Wirrungen um ein Kind ohne Namen

29. April 2009 um 9:06 Uhr

In den letzten Tagen hört man immer wieder von einer drohenden Pandemie (die noch keine ist und aller Wahrscheinlichkeit nach auch keine werden wird) und der “Schweinegrippe” in Mexiko, den Vereinigten Staaten, in Kanada und nun auch in Deutschland.

Worum geht es eigentlich?

Ende März, Anfang April kam es in Mexiko erstmals zu Erkrankungen, die folglich späterer Untersuchungen auf eine Form des Virus H1N1 (Influenza) zurückzuführen sind1. Untersuchungen des isolierten Virsuses in verschiedenen Staaten Mexicos und in Mexiko City führten zu dem Verdacht eines neuen Viruses. Bis zum 27. April konnte in Kanada den USA, Spanien und England der selbe Virus identifiziert werden und dieser genauer  klassifiziert werden.

Influenza A Virus unterm TEM Mikroskop (Wikipedia.de)

Schweinegrippe?

Laut neuesten Erkenntnissen handelt sich bei dem neuaufgetretenen Virus um einen Mix aus Schweine-, Menschen- und Vogelgrippe. Es handelt sich um einen A/H1N1-Virus. A steht hier für den Typ der Influenza und H und N für die wichtigsten Proteine auf dem Mantel des Virus, Hämagglutinin und Neuraminidase. Der H-Stamm des neuen Virus stammt von der Schweinegrippe, andere Gene hingegen stammen von der Menschen-, Schweine und Vogelgrippe2 . Diese Mischung aus vier Viren, schlichtweg der Einfachheit halber “Schweinegrippe” zu nennen ist falsch und irreführend.  Zum Einen gibt es die Schweinegrippe3 schon, zum Anderen werden Grippeviren meistens nach ihrer geografischen Herkunft benannt.

Das Kind braucht einen Namen

Einige Medien sind sich des Fehltritts scheinbar bewusst und betiteln den neuen Virus wie zum Beispiel das Handelsblatt4 als “Mexiko-Grippe”. Eine andere Möglichkeit wäre den Vorschlag der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) zu berücksichtigen und die Grippe “Nordamerikanische Grippe” zu nennen5. Auch wenn die Grippe den gehäuften Krankheitsfällen halber, wahrscheinlich in Mexiko erstmals ausbrach. In Nordamerika häuften sich die Fälle bald in Kanada und den USA. Diese Bezeichnung “Nordamerikanische Grippe” ist auch dem erst sehr lokalem Auftreten des Virus gerecht und sollte darum nun von den Medien auch verwendet werden.

Nordamerikanische Grippe angemessen

Ein weiterer Grund für die Bezeichnung ist die bereits vorher festgestellte Mutation des H1N1 Virus in Nordamerika,6  der zur Folge der bekannteste Influenza Impfstoff Tamiflu® in Nordamerika kaum noch eingesetzt werden kann, da 95% von 264 getesteten Influenza Virus Resistenzen gegen diesen Wirkstoff entwickelt haben7 .

Der Vorschlag der Europäischen Union die Grippe “Neue Grippe”8 zu nennen ist meiner Meinung nach auch abwegig. Die nächste Mutation heißt dann “Neue Neue Grippe” oder “Neueste Grippe”? Ein weiterer Vorschlag wurde vom Israels Gesundheitsministerium eingereicht. “Mexiko Grippe” .. jedoch nicht in erster Linie aus sachlichen Gründen, sondern als Respekt vor den Religionen, da in einigen Weltreligionen das Schwein als unreines Tier gelte. Diese Argumentation ist für mich nicht nachzuvollziehen, wenn es einen echten Zusammenhang mit der Schweinegrippe gebe, sprich also auch eine Übertragung von Schwein zu Mensch, dann wäre der Name doch zutreffend.

Warum in den Medien sofort der Begriff “Schweine Grippe” benutzt wurde bleibt fraglich. Wahrscheinlich weil es gleich Panik schürt und so von Printmedien den Absatz steigert ein omnipräsentes Tier zu dämonisieren. Ich sehe schon die das Hausschwein mit Biohazardsymbool auf den Titelseiten der Regenbogenpresse prangen ..

Ob nun Mexiko Grippe, wie von Israel vorgeschlagen, oder Nordamerikanische Grippe der Name des neuen Virus sein wird ist letzten Endes nicht das Wichtigste. Ernstzunehmen ist er, und einen Namen braucht das Kind auch. Wenn möglich auch schnell einen Impfstoff.

  1. http://biosurveillance.typepad.com/biosurveillance/2009/04/swine-flu-in-mexico-timeline-of-events.html []
  2. http://www.newscientist.com/article/dn17025-deadly-new-flu-virus-in-us-and-mexico-may-go-pandemic.html []
  3. http://de.wikipedia.org/wiki/Schweineinfluenza []
  4. http://www.handelsblatt.com/journal/nachrichten/mexiko-grippe-gefahr-einer-pandemie;2252127 []
  5. http://www.oie.int/esp/press/es_090427.htm []
  6. http://www.nzz.ch/nachrichten/forschung_und_technik/resistente_grippeviren_auf_dem_vormarsch_1.2179361.html []
  7. Journal of the American Medical Association 301, 1034–1041 (2009) []
  8. http://www.tagesschau.de/ausland/grippenbezeichnung100.html []

CDU im Umfragehoch!

21. April 2009 um 9:55 Uhr

Als ich gestern eine Grafik auf Spiegel.de1 gesehen habe, habe ich mich doch schon ein bisschen gefreut. In dieser Grafik sind alle Umfragewerte verschiedener Institute aufgelistet; immer für das Datum an dem diese veröffentlicht wurden. Die Freude resultierte daraus, dass es anscheinend diesen Monat besonders schlechte Umfragewerte für die CDU gab2. Daraufhin stellte ich fest, dass die CDU in regelmäßigen Abständen ziemlich hohe Werte in der „Sonntagsfrage“ bekommt. Bereits nach kurzer Recherche viel auf: alle Umfragen, bei denen die CDU besonders gut abschnitt waren ausgeführt von der „Forschungsgruppe Wahlen e.V.“ (FGW) im Auftrag des ZDF (ZDF-Politbarometer). Nun war die Freude auch schon wieder verschwunden, denn ich hatte gemerkt, dass dieser Verein für den April noch keine Umfragewerte veröffentlicht hatte.

Eine weiterer Blick auf das Umfrage-Barometer zeigte schließlich, dass es nur bei den Ergebnissen der FGW zu solchen Abweichungen im Vergleich mit den anderen Instituten kam.

Worauf ist das nun zurückzuführen?

Die Vermutung liegt nahe, dass das ZDF nur Menschen befragen lässt, die auch der Zielgruppe des Senders entspricht: Deutsche Bundesbürger 60+.

Neulich wurde der ZDF-Chefredakteur für seine ausgesprochen gute unabhängige Berichterstattung gelobt3. Ein Lob dem das ZDF in diesem Fall nur spärlich gerecht wird.

Sollte diese Art der Befragung bestätigt werden, wäre dies durchaus mal manipulatives Instrument zu sehen. Durch gezielte Befragung soll ein Stimmungsbild für Wahl-Deutschland gegeben werden, welches auf selektiertes Publikum basiert ist. Dieses Bild gaukelt der Bevölkerung Zufriedenheit mit der Politik der CDU vor. Diese, wie wir finden, bewusst verursachte Diskrepanz, die dem ZDF Zuschauer vielleicht zufrieden stimmt aber auch eine Fehlinformation liefert, finden wir irreführend und ohne Mehrwert.

Liebes ZDF/FGW, wir bitten sie in Zukunft eine für Deutschland repräsentativere Befragtengruppe zu wählen (wir stellen uns natürlich selber auch zur Verfügung) oder auf irreführende Prognosen ganz zu verzichten!

Eins noch: Bleibt nur noch zu hoffen, dass der CDU ein Wahlsieg wie von der Forschungsgruppe Wahlen vorhergesagt nicht gelingen wird, weil sich alle CDU Wähler auf ihren scheinbaren Vorsprung ausruhen und die Urnen schmähen.

  1. http://www.spiegel.de/flash/0,5532,17440,00.html []
  2. Auf die CDU und deren Politik will ich hier nicht weiter eingehen. []
  3. http://www.tagesschau.de/kultur/brender104.html []

Rassen oder das was manche gegen solche machen

um 6:33 Uhr

Aller Anfang ist schwer, so ist es wohl auch in diesem Fall. Gleich zu Beginn möchte ich mit einem Thema aufwarten, welches dieser Tage wieder mehrfach in der Presse auftauchte. Die Rede ist vom schweren Wort „Rassismus“.

Der Duden definiert den Begriff Rassismus wie folgt1: „[...]meist ideologisch begründete, zur Rechtfertigung von Diskriminierung, Unterdrückung u. Ä. Entwickelte Theorie, nach der bestimmte Menschentypen oder auch Völker hinsichtlich ihrer kulturellen Leistungsfähigkeit anderen von Natur aus überlegen seien.“

Zu allererst muss aufgrund der Brisanz dieses Begriffes erst gesagt werden, dass Rassismus in welcher Form auch immer nichts in der Welt zu suchen hat, ob dieser nun gegen Religionen oder Völker ausgeübt wird. So ist der systematische Völkermord des Dritten Reichs an den Juden (und anderen Minderheiten) und der der Türken an den Armeniern zu verurteilen.

Im Zuge der Rede des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad kam es laut der Presse zu einem “Eklat” als Ahmadinedschad die Regierung als rassistisch bezeichnete234 . Im Folgenden möchte ich weiter auf diese Aussage eingehen.

Israel, ein Staat der 1948 hauptsächlich aus aus Europa geflohenen Juden bzw. zugesiedelten Zionisten gegründet, stimmte 19475 dem UN-Teilungsplan  zu6, die arabischen Staaten lehnten diesen jedoch ab. Letzen Endes wurde also Der israelische Staat ohne das Einvernehmen der Nachbarstaaten Israels gegründet. Die Folgekriege die hieraus resultierten und wohl auch noch resultieren werden, kann man meiner Meinung nach als rassistischen Gewaltakt in der Region bezeichnen, da Israel mehrfach ohne Berechtigung (außer des Freifahrscheins der USA) in Nachbarstaaten eingerückt ist. Gerade hier wird deutlich, dass diese Kriege die auch zur psychischen Zermürbung der Zivilbevölkerung der Region beiträgt, rassistisch motiviert sind.

Durch die gezielte Neuansiedlung von Israelis in so genannten Kibuzzen entsteht zudem noch der begründete Verdacht, dass israels Politik darauf ausgerichtet ist, Palästinenser aus Palästina (dabei ist gerade das West-Jordanland zu nennen) zu verdrängen. Diese Politik strebt also ein Isreal in Grenzen an, die das gesamte Palästina umfassen; dies, obwohl Israel dem UN-Teilungsplan zugestimmt hatte. So möchte Israel also ein Israel ohne Palästinenser schaffen. Zur Hilfe kommt dabei natürlich die Mauer, die -wie früher auch die chinesische- Fremde davon abhalten soll, dass diese nach Israel einreisen können.

In der neu gebildeten israelischen Regierung findet sich auch Avigdor Lieberman. Dieser wollte 10.000en arabischen Israelis die Staatsbürgerschaft entziehen und alle weiteren einem Loyalitätstest unterziehen7. Diese wie ich finde eindeutige rassistische Aussage wird nur noch durch eine weitere (von vielen anderen) unterstützt. So sagte Lieberman -jetzt israelischer Außenminister-, dass man „alle arabischen Knessetabgeordnete“ als Landesverräter vor Gericht stellen und hinrichten solle8.

Wenn die Politik von Israels Regierung nach diesen Argumenten nicht als rassistisch bezeichnet werden kann oder zumindest einen starken rassistischen Hauch hat, sei es ein Ahmadinedschad oder welcher Politiker auch immer, dann wird die Meinungs- und Redefreiheit öffentlich mit Füßen getreten.

Dabei treten vorallem diejenigen auf als hätte diese Anschuldigung nichts mit der Realität zu tun, die normalerweise Verfechter der Freiheit der Menschen sind.

Dieser sogenannte Eklat spiegelt dahingehend eher die Immunität, die Israel bezüglich seiner Politik genießt, wider. Außerdem ist jegliche Legitimation des israelischen Vorgehens in der Region hinfällig, auch wenn gerade dieses Volk in der Vergangenheit die wohl schlimmsten Verfolgungen oder Pogrome erlitten hat.

Jetzt noch eine kurze Erklärung meinerseits:

Mit diesem Artikel will ich auf keinen Fall die Shoah verunglimpfen oder den Israelis die Legitimation auf einen eigenen Staat absprechen oder irgendwelchen anti-semitischen Äußerungen Nachdruck verleihen. Es geht mit nicht um anti-jüdische Politik, sondern und die Blindheit mit der die Weltöffentlichkeit die israelische Politik hinnimmt, anstatt sie wenn nötig zu verurteilen, so wie es mit jedem anderen Land auch geschehen würde.

  1. „Duden – Fremdwörterbuch“, Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, 7.Auflage, 2001 []
  2. http://www.tagesschau.de/ausland/rassismuskonferenz124.html []
  3. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,620022,00.html []
  4. http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/8008572.stm []
  5. Hier noch die israelische Delegation, da der Staat Israel de facto noch nicht bestand. []
  6. http://en.wikipedia.org/wiki/United_Nations_Partition_Plan_for_Palestine []
  7. http://www.jpost.com/servlet/Satellite?pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull&cid=1143498835308 []
  8. http://www.haaretz.com/hasen/pages/ShArt.jhtml?itemNo=712521 []